1735
Generation 5
Hufe 2
CONRAD HINRICH & MARIA ELSABE STOLTEN
 

Conrad Hinrich Stolten (Sein Bruder und sein Schwiegervater waren am Grenzstreit Tönningstedt/Niendorf 1771 beteiligt)
Geboren: 9.Januar 1735 in Tönningstdt auf Hufe 1. Getauft in Leezen
Gestorben: 27.Juli 1805, beerdigt am 1. August 1805 in Leezen
Beruf: *Hufner auf Hufe 2 . Zeitweise auch **Bauernvoght
Vater: Hinrich Stolten, Geboren: 2. November 1700
Mutter: Elisabeth Stolten, geborene Arens
Bruder: Hans Stolten, geboren: 31. Dezember 1731

Maria (Maricke) Elsabe Stolten, geborene Reher (Sie ist die Erbtochter und bringt die Hufe 2 mit in die Ehe)
Geboren:
17.November 1747 in Tönningstedt auf Hufe 2, getauft in Leezen
Gestorben: 25.Oktober 1815 in Tönningstedt auf Hufe 2, beerdigt in Leezen
Vater: Claus Reher, Hufner auf Hufe 2. Geb. 1714 in Tönningstedt, Hufe 2, gest. 4. Dezember 1785 in Leezen als Altenteiler
Mutter: Sophia Reher, geborene Stolten. Geb. ?? in Niendorf, gest. 1790 in Tönningstedt, beerdigt in Leezen

Conrad Hinrich & Maria Elisabeth heirateten 2. November 1764 in Leezen
 
Was war hier los?
Warum heiratete der schon 29 Jahre alte Conrad Hinrich die minderjährige, erst knapp 17 Jahre junge Maricke? Maricke war zum Zeitpunkt der Hochzeit 16 jahre alt, stand 15 Tage vor ihrem 17. Geburtstag. Ging es um eine frühzeitige Absicherung für das Erbe der Hufe 2, denn Vater Claus Rehr hatte als Erben für den Hof nur eine Tochter, Maricke. Die zweite Tochter, die ältere, hatte 2 Jahre nach Marickes Hochzeit, 1766 nach Sülfeld in die Familie Wrage geheiratet. Eine dritte Tochter starb im Kindesalter. Der Vater Claus Rehr muß zum Zeitpunkt der Ehe (er war erst 50 Jahre alt) seiner Erbtochter Maricke jedenfalls noch putzmunter gewesen sein, denn 7 Jahre später, 1771 beteiligte er sich noch aktiv am Grenzstreit zwischen Tönningstedt und Niendorf. Er starb auch erst 21 Jahre nach besagter Hochzeit als Altenteiler der Hufe 2.
Ebenso Marickes Mutter, sie starb erst 26 Jahre nach der Hochzeit.

 Es kann also nur so sein das Familie Rehr ihren Hof zu Ihren eigenen Lebzeiten in sicheren Händen wissen wollte. Conrad Hinrich war mit seinen 29 Jahren sicher schon ein gestandener Bauer, auch noch von der Vogthufe. Freundschaftliche Bindungen waren als direkte Nachbahren ganz sicher auch vorhanden, (Claus Rehr’s Frau war eine geborene Stolten aus Niendorf) und so wurde wohl zwischen den Vätern der Brautläute bei ein paar Gläschen Schnaps ein Erbschaftsvertrag geschlossen.
Ob sie da schon in Stolten’s Gasthof zusammen saßen?


Kinder von Conrad Hinrich und Maria Elsabe:
1. 26.03.1767 Clas Hinrich Stolten, in Tönningstedt (er erbt die Hufe 2) <--- Direkte Line zu Heiko Stolten
2. 26.11.1769 Maria Elisabeth, gest. 16.11.1826 in Heiderfeld.
                        Sie heiratet 1794 in Leezen Claus Hinrich Lemcke aus Heiderfeld
3. 26.11.1769 Sophia Margaretha in Tönningstedt, gest. 1769 in Tönningstedt
4. __.__.1773 Hans Hinrich, gest. 1775 in Tönningstedt
5. __.__.1775
Anna Catharina, sie heiratet 1798 in Leezen Peter Hinrich Stolten , geb. 17.11.1778 von Hufe 6 in
                      Tönningstedt.
Wieder wird eine Ehe zwischen zwei Stoltens geschlossen.
6. __.__.1778 Margaretha Elisabeth, sie heiratet in Sülfeld Friedrich Ehlers aus Bargfeld-Stegen
7. __.__.1781 Casper Hinrich, gest 1784 in Tönningstedt
8. 27.08.1784
Hans Detlef, in Tönningstedt er wird Hufner auf Hufe 5
9. __.__.1790 Anna Sophia, gest. 1791 in Tönningstedt

Diese Beiden sind...
Die Eltern von Clas Hinrich Stolten
Die Groß-Eltern von Casper Hinrich Stolten
Die Ur-Groß-Eltern von Hans Heinrich Stolten
Die Ur-Ur-Groß-Eltern von Johann-Adolf Stolten
Die Ur-Ur-Ur-Großeltern von Friedrich August Stolten
Die Ur-Ur-Ur-Ur-Großeltern von Gerhard Stolten, Reinhard Stolten
Die Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Großeltern von Heiko Stolten, Meike Stolten, Anja Stolten
Die Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Großeltern von Joshua und Maila Melina Stolten 

* Ein Hufner ist:
Der Teilhaber an der Dorfgenossenschaft wurde in Holstein und Stormarn als Hufner (hovener, Höfner) bezeichnet. Er besaß Mitspracherecht in der Gemeinde und konnte die Gemeinheitsländereien gleich seinen Genossen nutzen. Als durch Hufen-(Hof-)teilungen immer mehr ganze Hufen zerschlagen wurden, kam es zu Teilhufen von bis zu 1/64 Hufe. Der Teilhufner blieb jedoch für seinen Anteil genossenschaftsberechtigt. Die Bedeutung der Hufenverfassung schwand mit dem Entstehen der preußischen Landgemeinden.

** Ein Bauernvogt ist:
Ein Bauernvogt ist der Sprecher der Hufner, vergleichbar mit dem Status eines heutigen Bürgermeisters. Der Bauernvogt, oder auch Bauer-Voigt war selbst Hufner und hatte meist auch den größten Hof (Hufe) im Ort.